
OpenOffice 3.0 ist da
20.11.2008
Schon gehört oder gesehen? Die Open-Source-Welt ist um ein neu aufgelegtes Produkt reicher: OpenOffice.org ist nach diversen Betas und Release Candidates endlich final in der Version 3 verfügbar! Wie immer ganz kostenlos! Und dabei war und ist OpenOffice alles andere als eine billige Ersatzlösung zum Pendant von Microsoft. Als jahrelanger, intensiver Nutzer insbesondere von Writer (der Textverarbeitung) und Impress (der Präsentationserstellung) hab ich mir die Version 3 natürlich schon längst installiert und mal meine Nase für Euch reingesteckt.
Zitat von Louis Suarez-Potts, Community Manager von OpenOffice.org, in der offiziellen Ankündigung von OpenOffice.org 3: "Unser Markt ist gewachsen. Immer mehr Regierungen und Unternehmen haben das Open Document Format (ISO-zertifiziertes Dateiformat, das von OpenOffice.org nativ verwendet wird) übernommen. Dabei haben sie häufig auch auf OpenOffice.org migriert und waren begeistert! Mit der Version 3.0 zeigt die Anwendung noch mehr Kompatibilität mit MS Office, sie ist leistungsfähiger und obendrein erweiterbar. Sie befreit den Desktop vom Vendor-Lock-In." (Die vollständige Meldung kann man an dieser Stelle http://de.openoffice.org/presse/pressemitteilung_20081013.html nachlesen.)
Starke Worte, wie man sie gern zu solchen Anlässen platziert. Mal sehen, was von dem tollen Marketing-Auftritt übrig bleibt. Ich versuche mal, die (mir persönlich) wichtigsten Punkte abzuklopfen.
Das Wichtigste vorweg: wer die früheren Versionen von OpenOffice schon kennt, wird sich für Version 3 nicht umgewöhnen müssen. Layout und Design sind im Wesentlichen geblieben wie vorher – lt. Pressemitteilung setzt man auf einen hohen Wiedererkennungswert, der sich auch tatsächlich so einstellt. Nach wie vor gibt’s die üblichen, schön aufgeräumten und logisch sortierten Menüs, alles steht da, wo man es auch erwartet. Ok, die Gesamterscheinung wirkt etwas frischer, die Icons sind etwas moderner gestaltet, einige Untermenüs sehen ein klein wenig anders aus als vorher, aber ansonsten setzt man auf Bewährtes.
Und ganz besonders in einem Punkt atme ich auf: Gott sei´s gedankt gibt’s auch in der neuesten Version von OpenOffice nicht diese verwirrenden neuen benutzer- und kontextsensitiven Menüs ähnlich dem neuesten Microsoft Office. Man mag geteilter Meinung darüber sein, was nun für die Bedienungsfreundlichkeit besser ist und ob OpenOffice damit einen Trend verpasst – ich persönlich finds gut und möchte die klassischen Menüs nicht missen.
Neckisch finde ich übrigens den (leider nur im Writer vorhandenen) neuen kleinen Schieberegler, der sich da in der rechten unteren Ecke unscheinbar herumlümmelt: mit ihm zoomt man die Seiten beinahe stufenlos in jede gewünschte Größe herein oder heraus. Das lästige Herumklicken über das Ansicht-Maßstabs-Menü wird damit fast überflüssig – ist aber trotzdem noch da, für die totalen Gewohnheitstiere unter uns.
Schon bei den letzten 2er-Versionen war der Im- und Export von Microsoft-Office-Dokumenten recht kompatibel gelöst. In der Version 3 hat man diese Kompatibilität noch mal ein Stück verbessert und nun auch um den Office-2007-Import ergänzt. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich auch schon mit den letzten Versionen von OpenOffice problemlos Word-Dokumente erstellt habe, bei denen meine Empfänger, denen ich meine Dateien gelegentlich zur Verfügung stelle, noch nie gemerkt haben, dass sie nicht aus Word kommen. So muss das sein.
Und was mir auch noch auffällt: OpenOffice 3 scheint gegenüber seinen Vorgängern (gefühlt) schneller geworden zu sein. In Zahlen nachweisen kann ich das allerdings nicht, ich hab die Verarbeitungszeiten von Version 2 & Co. nie gemessen.
Weitere wichtige Neuerungen sind leider nicht so sehr vordergründig zu erkennen, sondern verstecken sich eher unter der Haube.
Da ist zum Beispiel ein ganz wichtiges Highlight, das dem Open-Source-Gedanken mehr Rechnung trägt und für eine weitere Verbreitung dieses Office-Pakets sorgen dürfte: OpenOffice 3 unterstützt endlich (!) auch nativ die Mac OS-X-Plattform. Macianer wird’s freuen, dass es die kostenlose Office-Suite nun auch für sie gibt.
Erheblich verbessert wurde auch die Möglichkeit, Extensions zur individuellen Anpassung seiner Office-Suite zu integrieren. Die dafür zu Grunde liegende Strategie von OpenOffice.org lautet, die Suite nicht mit einer unüberschaubaren Funktionsvielfalt zu überladen (die man bei Microsoft beispielsweise ohne Hochschulstudium ohnehin bald nicht mehr durchschaut), sondern den Anwender sich mit Erweiterungen sein Paket individuell nach seinen eigenen Bedürfnissen zusammen stellen zu lassen. Diese Extensions für OpenOffice gibt’s zwar schon länger, in Version 3 hat man aber die Nutzung noch einmal deutlich über den Extension Manager vereinfacht. Und das Angebot an Extensions ist mittlerweile doch recht umfangreich. Der Schwerpunkt dieser Erweiterungen liegt klar auf Wörterbüchern und Vorlagen, aber es gibt da auch viele kleine nette Funktionserweiterungen zu entdecken. Sehr empfehlenswert.
Bemerkenswert finde ich auch noch, dass das Tabellenkalkulationsprogramm Calc in seinen Dateien nun auch mehr Spalten als die bisherigen 256, nämlich insgesamt 1024 Spalten erlaubt – wobei ich schon zugeben muss, dass ich bisher nur einmal das Problem hatte, mit 256 Spalten tatsächlich nicht auszukommen. Aber vielleicht gibt’s da unter euch ja Calculation-Freaks, die sich darüber mehr freuen können als ich.
Ach ja, und dann ist da noch ein wirklich nettes Feature, das ich persönlich ganz gut gebrauchen kann: wer so wie ich schon öfter mal den Wunsch hatte, ein PDF-Dokument inhaltlich auch mal an seine eigenen Belange anzupassen, sich aber das teure Adobe Acrobat dafür nicht leisten wollte, dem wird der PDF-Import über das OpenOffice-Modul Draw ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Ich habs schon bei einigen Dokumenten ausprobiert und kann berichten, dass das ganz gut funktioniert – vorausgesetzt, der Autor der PDF-Datei hat sein Dokument nicht gegen nachträgliche Veränderungen gesperrt. Das geht nämlich auch, und da hat man dann natürlich auch mit OpenOffice keine Chance. ;-)
In Summe fällt also meine Bilanz über das neue OpenOffice.org 3 ganz gut aus. Klar, das ist natürlich nur mein ganz persönlicher Abriss der neuesten OpenOffice-Version, ihr werdet vielleicht noch ganz andere wichtige Neuerungen und Vorteile für euch selbst entdecken. Ich jedenfalls habe Version 2 mittlerweile schon gelöscht und setze nun voll auf Version 3.
Allerdings, so ganz ohne Schatten geht’s denn auch in Version 3 noch nicht, denn eine Kleinigkeit störte mich an der OpenOffice-Suite schon immer: ALLE gleichzeitig geöffneten OpenOffice-Applikationen laufen auch in Version 3 immernoch in EINEM einzigen Prozess. Normalerweise kein Problem - wenn sich nicht zwischendurch eine der Applikationen aufhängt. Im Task-Manager von Windows findet sich nach wie vor nur ein „soffice.bin“, das man beenden kann – und mit dem man dann natürlich alle Applikationen mit in den Abgrund reißt, nicht nur die, die grad nicht mehr wollte. Wann, liebe Entwickler, hört ihr endlich den Hilferuf aller Windows-geschädigten Anwender, die schon genug mit Instabilitäten von Vista zu kämpfen haben? Ok, immerhin funktioniert die Dokumenten-Wiederherstellung von OpenOffice nach einem Absturz auch in der Version 3 wieder vorbildlich. Bis jetzt jedenfalls ist mir durch Abstürze noch kein einziges Dokument unrettbar verloren gegangen. Und das ist ja auch schon was...
Traveller

Deutschland archiviert das Internet
31.10.08
Habt ihr noch alle eure Versionen eurer Homepages? Sind noch alle Daten vorhanden, was ihr in den letzten Jahren im Internet programmiert habt? Wenn nicht, dann könnt ihr es nachforschen. Denn vom Internet gibt es bereits seit 1996 ein Archiv. Dort lassen sich 85 Milliarden Homepages online nachverfolgen.
Und genau weil das nicht reicht, macht Deutschland glatt noch ein drittes Archiv auf. Warum drittes?? Google hat doch auch eine ganz private Sammlung, noch nie die Archiv-Funktion benutzt? Augenzwinkern Es gibt nun also eine Neufassung des 2006 in Kraft getretenen Gesetzes der Deutschen Nationalbibliothek. Diese verpflichtet nun zunächst pauschal alle Homepage-Betreiber zur wöchentlichen Abgabe eines Snapshots ihrer Homepage. Eingeschränkt wird das dann durch verklausulierte Sätze, die einem mitteilen, dass es sich auf Firmen und Organisationen beschränkt.
Die Liste ist lang, was alles nicht archiviert wird und in den letzten Tagen ist die Verwirrung groß gewesen. Auch wir haben uns gefragt, ob wir nun dieser Pflicht nachkommen müssen.
Nun ist es aber endlich offiziell:
Verpflichtet werden jene Betreiber, die etwa e-Books anbieten, digitalisierte Bücher, große Abhandlungen wie Doktorarbeiten, Hausarbeiten, Referate. Ausgenommen von der Ablieferungspflicht sind Foren, Chats, Blogs, Shops, Privat-Auftritte, etc.
Für die Betroffenen stellt die DNB dann ein Abliefererportal bereit, auf welchem idealerweise PDF-Dateien hochgeladen werden können.
Was mit dem Rest passiert?
Die anderen werden, genau wie es archive.org auch bereits tut, über Crawler erfasst und automatisch archiviert.
Das schöne dabei ist, dass dieses überflüssige 3. Archive ganz allein für Deutschland erstellt wird. Die DNB arbeitet dann jetzt noch daran, mit welchen Technologien am sinnvollsten "gecrawlet" werden soll und wird dies dann technisch umsetzen. Für die Fütterung der Crawler mit Links und die Bearbeitung der eingesandten Daten stehen der DNB jährlich 42 Millionen Euro zur Verfügung. Genug Geld also um das Rad noch einmal neu erfinden zu können.
Die LUG Norderstedt ist übrigens sehr glücklich darüber, dass wir keinen speziellen Abgeordneten dafür bestellen müssen, jährlich eine PDF-Datei unserer Webseiten zu erstellen.
Achja: Es gibt übrigens bereits zahlreiche Projekte von quelloffenen Web-Crawlern. Vielleicht sollten wir der DNB einmal eine Mail schicken.
Floschi

Verzerrte Dimensionen
20.10.08
Die Sichtweisen haben sich verschoben. In aller Munde ist GNU/Linux noch nicht. Und noch ist es auch nicht so populär wie andere Betriebssysteme. Trotzdem wird aus der Community gebasht, was das Zeug hält. Windows vs. Linux heißt es in unzähligen Schlagzeilen, Tests und Berichten.
Ist es aber noch das, wonach wir suchen? Wie sehr spielt das Betriebssystem für den Anwender eine Rolle?
Auch die LUG Norderstedt gehört gelegentlich zu diesen Geeks und verfällt allzuhäufig in das übliche "Bashing". Die verzerrte Sichtweise auf den Anwender baut Mauern auf. Mauern so hoch wie jene von Alcatraz.
Wir wollen diese verzerrten Dimensionen geraderücken. Wir bauen einen Tunnel und verbinden diese Dimensionen - um dem Anwender zu helfen.
Es soll also um LÖSUNGEN gehen! Dort will die LUGN nun hin. Wir präsentieren Lösungen und zeigen auf, was gut ist. Der Fokus liegt hier nicht mehr auf Linux sondern allgemein auf quelloffenen Programmen.
Floschi

LUGN Geburstag
17.10.08
Die LUG Norderstedt kommt in die Jahre!
Auch wir werden älter und das ist gut so.
Doch wer älter wird, darf nicht einstauben! Gerade in der heutigen Zeit müssen wir uns den ständig neuen Herausforderungen stellen.
So hat die LUG Norderstedt e.V. viel erlebt und einiges durchgemacht. Einige Erschütterungen haben unser Fundament einreißen lassen und rüttelten den alten Putz von unseren Wänden.
Die Knochen knackten schon und wenn man die Räume betrat, hörte man die Türen knarren.
Wir machen Schluss mit Altersflecken!
Jetzt kommt 'was neues ...
Wir bloggen!
Floschi